Ein Plädoyer für den Dressursport

Ich scheitere regelmäßig daran, Laien die Faszination des Dressursports zu erläutern. Ob das nicht langweilig sei, eindeutige Unterschiede seien ja kaum zu erkennen und die Richterurteile seien für die meisten Zuschauer ja ohnehin nicht nachvollziehbar. Zugegeben, die Materie ist speziell und ein gewisses Grundinteresse an diesem Sport sollte man voraussetzen. Allerdings hat sich im Dressursport in den letzten Jahren eben doch einiges getan – Stuttgart war dafür das perfekte Beispiel.

Stuttgart-ArenaDas, was es in den Tagen von Stuttgart im Viereck zu sehen gab, war ganz großes Kino und großartige Werbung für den Dressursport. Eine Dressurkür vor ausverkauftem Haus – das gibt es sonst maximal in Aachen. Eine großartige Stimmung mit tosendem Applaus nach jedem Ritt, ebenso aber auch offenkundiges Unverständnis für einige Richterurteile. Eine positive, ausgelassene Stimmung, die so wichtig ist, auch für den Dressursport. Es sind die Momente, die einem als leidenschaftlichem Verfechter dieses Sports das Herz aufgehen lassen, weil Pferd und Reiter die Aufmerksamkeit bekommen, die so oft fehlt.

Stuttgart_KameraUnd doch sind es am Ende des Tages nicht nur diese Momente, die für mich die Faszination des Dressursports ausmachen. Zu sehen, wie sich junge Pferde zu Grand Prix Pferden entwickeln, zu sehen, wie die Pferde im morgendlichen Training gearbeitet werden und welch großes Vertrauen zwischen Pferd und Reiter möglich ist, das ist für mich die eigentliche Faszination dieses Sports. Zugegeben eine, die dem Laien schwer zu vermitteln ist und genau deshalb ist eine stetige Weiterentwicklung so wichtig. Stillstand ist Rückschritt – also arbeiten wir weiter daran, den Dressursport attraktiver zu gestalten und zwar ohne seine Grundwerte über Bord zu werfen.

Meine ausgewählten Impressionen aus Stuttgart wie immer in den Galerien unten oder gerne auf persönliche Anfrage.